Exporttag 2018

Wir haben viel vor

06/2018 - Eine neue Wirtschaftsministerin, ein neuer Wirtschaftskammerpräsident, ein neuer Außenwirtschafts-leiter – worauf sie setzen, wofür sie stehen, das wollten die Unternehmensvertreter wissen, die zum Exporttag 2018 der Außenwirtschaft Austria zahlreicher denn je erschienen.


Wirtschaftsdelegierte im Beratungs-
gespräch mit Unternehmens-vertretern


Goldpreisträger
des Exportpreises 2018


Der Global Player Award 2018 ging an das Hightech-Unternehmen Fronius. Die Geschäftsleiter Herbert Mühlböck und Elisabeth Engel-brechtsmüller-Strauß nahmen die Auszeichnung entgegen.

Die Türen des Festsaals des Hauses der Wirtschaft in Wien mussten geöffnet bleiben, denn nicht alle, die Ende Juni zum 16. Exporttag gekommen waren – rund 3.200 Personen –, fanden im Raum selbst Platz. Der Leiter der Außenwirtschaft Austria der WKO, Michael Otter, bis vor wenigen Monaten selbst als Wirtschaftsdelegierter „draußen im Feld“ tätig, nützte seinen Willkommensgruß vor allem dafür, das Selbstverständnis der Außenwirtschaft Austria zu skizzieren. Der Export sei „mit Mut und Risiko“ verbunden, sagte Otter, daher benötigten die Unternehmen in den Zielländern „vertrauensvolle Makler, Menschen, die sie begleiten und die mit ihnen gemeinsam Projekte umsetzen.“ Diese Rolle wolle die Außenwirtschaft Austria mit ihren 70 Wirtschaftsdelegierten und über 100 Stützpunkten weltweit wahrnehmen. „Wir informieren die Unternehmen und begleiten sie durch die Welt“, so Otter (mehr im Interview).

Dass die Mitarbeiter der Außenwirtschaft Austria dies seit vielen Jahren mit „großer Leidenschaft und Expertise“ tun, hob in seinem Statement Neo-Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer hervor. Er erwähnte auch, dass die österreichische Außenwirtschaftsagentur in internationalen Ratings nicht umsonst wiederholt Top-Platzierungen erreicht habe. Wenn die österreichische Exportwirtschaft nun mit 58.000 exportierenden Unternehmen auf ein neues All-time-high zusteuere und die Ausfuhren noch heuer „die Schallmauer von 150 Milliarden Euro durchbrechen“, sei dies in erster Linie aber der Risikobereitschaft und der Top-Qualität zu verdanken, die die österreichischen Unternehmen auszeichne, so Mahrer.

Nächste Schritte Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck sicherte den Unternehmen tatkräftige Unterstützung zu, denn der Export sei „der Motor für Wachstum und Wohlstand im Land“ und schaffe 6 von 10 Euro der österreichischen Wertschöpfung sowie jeden zweiten Arbeitsplatz in Österreich. Die Wirtschaftsministerin sieht in Handelsabkommen ein wichtiges Instrument, um der Außenwirtschaft gerade auch angesichts der protektionistischen Entwicklungen seitens der USA neue Märkte zu eröffnen. Sie will im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft europäische Handelsabkommen konkret mit Japan, Vietnam, Singapur, Australien und Neuseeland vorantreiben und strebt zusätzlich bilaterale Vereinbarungen mit wichtigen Märkten wie China oder Indien an: „Wirtschaftsabkommen sind eine Versicherung für die Zukunft. Für Innovation und Qualität in Österreich brauchen wir offene Märkte, nicht Handelsbarrieren.“ China und Indien seien auch Brücken zu anderen Märkten, erwähnte Schramböck in der Pressekonferenz vor der Veranstaltung.

WKO-Präsident Mahrer sagte ergänzend, dass enorme Zukunftsmärkte für die rot-weiß-rote Exportwirtschaft neben Asien auch in Ländern Lateinamerikas und Teilen Afrikas liegen. Mit der Initiative Go International, für die jährlich 14 Mio. Euro des Wirtschaftsministeriums bereitstehen, sollen Unternehmen für diese Märkte fit gemacht werden. Dazu will die Außenwirtschaft Austria ihr Angebot nicht nur als Export-, sondern auch als Innovationsagentur verstärken. Es werde darum gehen, so Mahrer, „internationale Trends zu erkennen, das Bildungsangebot zu verstärken und in ganz Österreich offene Innovationslabore anzubieten, wo sich insbesondere KMU mit Forschungseinrichtungen vernetzen können.“

Austausch und Vernetzung Noch während Hikmet Ersek, Präsident und CEO von Western Union, Kontrollbank-Vorstand Helmut Bernkopf und Claudia Lösch, Paralympics-Weltmeisterin im Skifahren, ihre Keynotes hielten, führten die Wirtschaftsdelegierten bereits erste Beratungsgespräche mit interessierten Unternehmen. Diese Business Talks gingen bis in den späten Nachmittag. Daneben standen mehrere Info-Sessions am Programm, in denen Wirtschaftsdelegierte und Unternehmensvertreter praxisnahe Einblicke in neue Entwicklungen, Trends und Angebote gaben. Thematisiert wurden die regionale Internationalisierung, die Bedürfnisse von Mega-Metropolen, die Bildungsrevolution durch E-Learning und Digitalisierung, Kooperationen von WKO und Universitäten, neue Marktsegmente durch den demographischen Wandel und der Einsatz von Open Innovation.

Siegerehrung Höhepunkt und Ausklang des Exporttags war wie jedes Jahr die feierliche „Exporters‘ Nite“, in deren Zentrum die Verleihung des Exportpreises steht, „einer Auszeichnung für jene Exporteure, die durch ihre Leidenschaft und ihren Einsatz den wirtschaftlichen Aufschwung Österreichs garantieren“, so Otter. Zwanzig Unternehmen wurden für ihr Engagement gewürdigt. Neben den sechs Kategorien in Gold (siehe Liste links), Silber und Bronze wurden der Global Player Award und der Expat Award verliehen, ersterer an Fronius International, letzterer an Stefan Mugitsch, General Manager Libyen der VAMED. Und nun soll es weitergehen. Denn, wie WKO-Präsident Mahrer konstatierte: „Wir haben viel vor.“


© corporAID Magazin Nr. 76
Text: Ursula Weber
Fotos: Frank Helmrich, Fronius International, Hersteller

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