Best Practice

Nah an den Bedürfnissen

06/2018 - In Entwicklungsländern entstehen viele innovative Projektideen, die Lösungen für konkrete Problemfelder des eigenen Umfelds bieten.


Gehhilfe
Der Syrer Asem Hasna hat diese Prothese für sich selbst entwickelt.

3D-Prothesen für Flüchtlinge
Das jordanische Flüchtlingslager Zaatari bietet aktuell rund 80.000 Kriegsflüchtlingen aus Syrien Schutz, unter ihnen sind viele Schwerverletzte, die auf Prothesen angewiesen sind. Mithilfe eines 3D-Druckers sollen diese nun in Zaatari selbst angefertigt werden. Das Start-up Refugee Open Ware hat die Idee ins Leben gerufen und will nun in Zaatari rund um den 3D-Drucker ein sogenanntes FabLab aufbauen, in dem den Flüchtlingen nicht nur ein Raum für praktische Reparaturarbeiten, sondern vor allem auch moderne, technische Ausbildungsmöglichkeiten geboten werden sollen.




Bewegungsmuster
der Daladalas in Daressalam.

Crowdsourcing gegen den Verkehrskollaps
Um dem Verkehrschaos in der tansanischen Megastadt Daressalam wirksam zu entkommen, haben Hunderte Freiwillige mithilfe der App Ally die Bewegungsmuster der von ihnen benutzten informellen lokalen Minibusse (Daladalas) gesammelt. Kombiniert mit kommunalen Daten hat das dahinter stehende Unternehmen
door2door daraus ein Verkehrsmodell entwickelt. Dieses liefert die Basis für verkehrsentzerrende Maßnahmen und bietet Nutzern erstmals die Chance, alternative Verkehrswege in Echtzeit zu vergleichen, um das für sie jeweils beste Transportmittel auszuwählen.




Dezentral
Blockchain schafft Sicherheit für Landbesitzer.

Blockchain für Landbesitzer
In vielen Entwicklungsländern können sich Landbesitzer nie sicher sein, ob sich nicht Behördenmitarbeiter am Grundstücksregister zu schaffen machen und sie von ihrem Land vertreiben. Mithilfe der Blockchain-Technologie soll sich das nun ändern. In Ghana und voraussichtlich auch in Kenia und Honduras sollen digitale Grundbücher ins Leben gerufen werden, die alle Eintragungen mithilfe gesicherter und transparenter Datenketten dezentral verwalten. In Georgien wurde das System bereits erfolgreich eingeführt, und auch Schweden, dessen Korruptionsproblematik vergleichsweise gering ist, setzt für sein Register auf die Blockchain-Technologie.




Bevor es zu spät ist
sollen sich Kambodschaner durch das neue Frühwarnsystem in Sicherheit bringen können.

Schneller als die Fluten
Der Südwestmonsun sorgt in Kambodscha immer wieder dafür, dass Flüsse über ihre Ufer treten, Orte überschwemmt werden und Menschen ertrinken. Die jeweilige Intensität der Überschwemmungen ist für viele Kambodschaner in entlegenen Gebieten jedoch lange nicht vorhersagbar gewesen, da Warnungen nicht bis zu ihnen vordrangen. Das Frühwarnsystem 1294 nutzt die flächendeckende Ausbreitung der Mobilfunktelefonie: Wenn Sensoren die aufkeimende Gefahr von Überschwemmungen realisieren, werden automatisch Sprachnachrichten an bereits mehr als 50.000 registrierte Handys verschickt, um den Menschen Zeit zu geben, sich in Sicherheit zu bringen.



© corporAID Magazin Nr. 76
Text: Frederik Schäfer
Fotos: Refugee Open Ware, OpenStreetMap, descryptive.com, Ralph Combs

Suche:  
Aktuelle Artikel

Urbane Resilienz: Wasser marsch!

Diversität und Resilienz: Robuste Vielfalt

Agri-Water Innovation Challenge: Curator Aquarum

Termine

4.10.2018 Multilogue: Affordable Excellence

3.10.2018 High-Level-Konferenz: Energie und Entwicklung

3.-5.10.2018 Internationale Konferenz: Energie-Innovationen

Österreichische Unternehmen unterstützen corporAID
http://corporate.coke.at