Nachhaltige globale Wirtschaft

Events im Rückblick

04/2018 - Was wurde in Österreich in den vergangenen zwei Monaten öffentlich diskutiert? Welche Experten kamen zu Wort? Welche Lösungen wurden präsentiert?


Geduld gefragt Die Präsentatoren der Studie sehen zwar viel Potenzial in der Blockchain-Technologie, erwarten praktische Anwendungen aber erst in einigen Jahren.

Blockchain für Shrimps und Kakao

Der Begriff Blockchain wird häufig nur im Zusammenhang mit Krypto­währungen wie Bitcoin genannt. Inwieweit die Technologie, mit deren Hilfe sich alle Daten einer Transaktion effizient und sicher verwalten lassen, auch für mehr Transparenz in anderen Bereichen sorgen kann, wird weltweit erforscht. Eine neue B2B-Studie, die das Austrian Institute of Technology AIT im Auftrag des Handelsverbands und der Wirtschaftsauskunftei CRIF erstellt hat, dreht sich vor allem um Innovationsmöglichkeiten im Agrarsektor von Entwicklungsregionen durch den Einsatz der Blockchain. Drei potenzielle Anwendungsbereiche wurden dabei in den Blick genommen: Die Digitalisierung der Wertschöpfungskette von Bio-Shrimps, die Bereitstellung ernterelevanter Informationen für die Kakaoproduktion sowie die Verbesserung der Kreditwürdigkeit von Bauern durch ein Peer-to-peer Netzwerk, das als Reputations­plattform aufgesetzt werden könnte. Vor allem bei letzterem zeichnen sich große Potenziale ab.

Trotzdem riet Studienleiter Ross King bei der Präsentation Mitte April zu Geduld: „In den nächsten Jahren wird es sicher noch einige Rückschläge geben. Etwa in sechs bis acht Jahren werden wir die Technologie dann produktiv verwenden.“ Der Hype um Bitcoin sollte seiner Meinung nach die grundsätzliche Nützlichkeit der Technologie – ein neues Fundament an Vertrauen und Transparenz für verschiedene Akteure einer Lieferkette zu schaffen – nicht in den Schatten stellen.


Marktfähige Lösungen sind der Schlüssel für eine nachhaltige Energieversorgung, sagt Peter Bamkole.

Mehr Energie für das ländliche Afrika

Wie österreichische Unternehmen zu einer nachhaltigen Energie­versorgung in Afrika beitragen können, stand im Fokus des corporAID Multilogues, der am 19. April in Wien stattfand. Sabine Gaber, Vorstandsmitglied der Oesterreichischen Entwicklungsbank, verwies in ihrer Begrüßung auf den hohen Stellenwert des Zugangs zu Energie, um die Lebensqualität und wirtschaftliche Entwicklung – gerade auch in ländlichen Regionen Afrikas – weiter voranzutreiben.

In seinem Impulsvortrag hob Peter Bamkole, Leiter des Enterprise Development Center im nigerianischen Lagos, den enormen Bedarf an dezentralen Energie­lösungen hervor. „Allein für Nigeria wird das Investitions­ volumen in diesem Bereich auf über 10 Milliarden Dollar pro Jahr geschätzt“, so Bamkole. Durch ihre Expertise könnten österreichische Unternehmen im Solar-, Wind- und Wasser­ kraftbereich zu einer nachhaltigen Energieversorgung beitragen.

An der anschließenden Diskussion nahmen Katrin Harvey (REEEP), Bernhard Kodré (Global Hydro) und Leo Schiefermüller (Terra Projects) teil. Aus Sicht des Podiums sollte die Entwicklungs­zusammenarbeit durch passende Förderinstrumente die Entwicklung marktfähiger Energielösungen unterstützen. Denn: „Ein flächendeckender Zugang zu sauberer Energie kann nur auf Basis marktorientierter Geschäftsmodelle erzielt werden“, so Harvey. Auf dem afrikanischen Energiemarkt spielen dabei insbesondere sogenannte Pay-as-you-go Modelle eine wichtige Rolle.


© corporAID Magazin Nr. 75

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