UN Global Compact

Phase II für globalen Pakt

04/2018 - Das globale Netzwerk für verantwortungsvolle Unternehmensführung, der United Nations Global Compact, hebt seit 2018 Beiträge von großen Unternehmen ein. Zugleich soll ein verbessertes Angebot die Teilnehmer bei der Stange halten.

Der vom damaligen UN-Generalsekretär Kofi Annan initiierte United Nations Global Compact UNGC ist seit seinem operativen Start im Jahr 2000 kontinuierlich gewachsen. Der weltweit größten Initiative für nachhaltiges Wirtschaften gehören heute 9.700 Unternehmen an. In 80 Staaten – darunter Österreich – wurde ein lokales Netzwerk gegründet.

Der UNGC versteht sich als offene Lern- und Dialogplattform. Die Unternehmen verpflichten sich jedoch zur Berichterstattung über Fortschritte bei der Einführung der UNGC Prinzipien – Grundwerte aus den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung – in ihr Business. Wer nicht rechtzeitig berichtet, wird ausgeschlossen, und dies betraf bis dato nicht weniger als 7.800 Unternehmen. Die Devise lautet: Teilnehmen soll nur, wer Engagement zeigt. Nun ist die Teilnahme seit Anfang 2018 gebührenpflichtig – bisher war man vielerorts gratis dabei. Daher steht die Frage im Raum: Wird es zu einer weiteren Bereinigung kommen, wird die Zahl der Neuzugänge zurückgehen?


Carina Hauptmann von RespACT leitet das österreichische GC-Netzwerk.

Zwei Optionen Carina Hauptmann, die bei der Unternehmensplattform RespACT das Global Compact Netzwerk in Österreich leitet, gibt sich dazu vorsichtig optimistisch. Sie verweist darauf, dass in Österreich trotz absehbarer Beitragspflicht noch im Vorjahr 15 neue Teilnehmer dazugewonnen wurden und dass es selbst 2018 bereits wieder sieben Neuzugänge gab.

Generell ist die Gebührenpflicht weltweit einheitlich geregelt und es werden zwei Optionen angeboten: eine günstigere, für Unterzeichner (Signatories), und eine teurere, für Teilnehmer (Participants). Die Participant-Kategorie ist, wie Hauptmann erklärt, „interessant für Unternehmen, die zu internationalen Veranstaltungen der Vereinten Nationen fahren, die sich über die Webinare der neuen UNGC Academy weiterbilden, die maßgeschneiderte Tools verwenden oder die das UNGC Media Kit nutzen wollen, um strategisch zu kommunizieren“. Signatories wollen vor allem national aktiv sein, haben aber auch Zugang zu den zentralen UNGC Beratungsservices und Tools.

Erstmals gebührenpflichtig Jahresbeitrag zum UNGC von Unternehmen ab 2019 in US-Dollar

Die Beitragshöhe ist zudem vom Umsatz abhängig und bewegt sich zwischen 20.000 Dollar für Participants mit einem Umsatz von über 5 Mrd. Dollar und einem Ermessenswert des lokalen Netzwerks für Signatories mit einem Umsatz von bis zu 50 Mio. Dollar. In Österreich sind diese Unternehmen vorerst kostenlos dabei. Auch Tochterunternehmen sind hierzulande gebührenbefreit, sofern die Konzernmutter ihren Beitrag leistet. Darüber hinaus kann das Österreich-Netzwerk den rund sechzig von der Neuregelung betroffenen heimischen Unternehmen für das erste Jahr eine Übergangsregelung in Form einer Halbierung der Gebühr anbieten.


Auftakt zur UNGC Academy Mitte März mit Menschen­rechts­experten John Ruggie und UNGC CEO Lise Kingo

Beitragszahlungen sind im Übrigen etwa im britischen oder deutschen Netzwerk schon lange Usus, weiß Hauptmann. Und auch in Österreich gab es von Anfang an freiwillig unterstützende Teilnehmer. Anders als bisher werden die Beiträge künftig aber beim Headquarter in New York eingehen, von wo 45 Prozent an das lokale Netzwerk zurückfließen und fünf Prozent einem Fonds für neue lokale Netzwerke zugute kommen sollen.

Mehr Service Im Zuge der Umstrukturierung wurde zugleich das Angebot des UNGC global und lokal ausgebaut. „Die Herausforderung ist nun, den Organisationen, die wir im Netzwerk haben, sowie potenziellen Teilnehmern den Mehrwert des UNGC verstärkt aufzuzeigen und die Angebote attraktiv zu gestalten“, sagt Hauptmann. Ihr Wunsch: „Dass wir weiter wachsen.“

@ corporAID Magazin Nr. 75
Text: Ursula Weber
Fotos: Respact, UNGC Academy

 

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