Kommentar

Indirekt geht‘s

04/2018 - von Katharina Kainz-Traxler


Katharina
Kainz-Traxler

ICEP

TV-Ikone Biene Maja hat eine für ihre Gattung außergewöhnliche Angewohnheit: Sie transportiert ihren Honig im Topf. Ihren jungen Fans vor dem Bildschirm ist daher wahrscheinlich gar nicht bekannt, dass Honig eigentlich im Bienenmagen entsteht – und genau genommen mehrfach Erbrochenes ist. Doch selbst wenn man sich das bewusst mache, das wertvolle Nahrungsmittel bliebe wohl dennoch beliebt. Entomophagie-Freunde – Menschen, die gern Insekten speisen – gehen noch einen Schritt weiter. Sie sehen in Insekten eine gesunde Proteinquelle, die zur künftigen Nahrungsmittelsicherheit beitragen kann. Ob sich davon viele Menschen im Westen überzeugen lassen, ist heute fraglich. Das viel größere Potenzial steckt wohl im Insekt als Essen für unser Essen: eine ökologisch attraktive Futtermittel-Alternative zu Soja oder Fischmehl. Fast-Food-Riese McDonald‘s testet das bereits für die Hühnerzucht. Die Chicken Nuggets der Zukunft könnten also Insektenprotein enthalten. Und vor Hühnern, die Insekten gegessen haben, braucht sich wohl niemand zu ekeln.

© corporAID Magazin Nr. 75

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