Entwicklungsbank

Zehn Jahre OeEB

02/2018 - Seit 2008 verfügt auch Österreich über eine bilaterale Entwicklungsbank zur Förderung des Privatsektors in Entwicklungsländern. Aktuell steht bei der Oesterreichischen Entwicklungsbank OeEB insbesondere der Klimaschutz im Fokus.

Erneuerbare Energie ist heute ein wichtiger Schwerpunktsektor der OeEB.

Die Oesterreichische Entwicklungsbank OeEB feiert heuer ihr zehnjähriges Bestehen. Die Tochter der Oesterreichischen Kontrollbank investiert seit März 2008 im Auftrag des Bundesministeriums für Finanzen in kommerzielle Projekte mit entwicklungspolitischer Wirkung. 2016 knackte das Investitionsportfolio der OeEB als jüngste der insgesamt 15 europäischen Entwicklungsbanken erstmals die Milliardengrenze.


Neue Doppelspitze Sabine Gaber verstärkt seit 1. Jänner Michael Wancata im Vorstand der OeEB.

Wichtigstes Instrument der OeEB sind Investitionsfinanzierungen in Form von langfristigen Krediten. Im Zentrum stehen dabei die direkte Finanzierung von Investitionsprojekten sowie Kredite an thematische Entwicklungsfonds und Finanzintermediäre im KMU-Bereich – zumeist im Verbund mit anderen europäischen Entwicklungsbanken. Seit 2012 kann sich die OeEB zudem treuhänderisch für das Finanzministerium an Private Equity-Fonds oder direkt an Unternehmen beteiligen und damit Risikokapital bereitstellen. „Dadurch können wir entwicklungspolitisch wertvolle Investitionen hebeln, denen es an der erforderlichen Mindesteigenmittelausstattung fehlt“, ist Sabine Gaber, seit Anfang des Jahres neues Mitglied des Vorstands der OeEB, überzeugt. Zuletzt machten Beteiligungen rund neun Prozent der Neuzusagen aus – darunter etwa eine 4,5 Mio. Euro-Investition in den Catalyst MENA Clean Energy Fund, der erneuerbare Energie-Projekte in Jordanien, Marokko, Ägypten und Tunesien finanziert.

Mehr Klimaschutz Auch im Hinblick auf die thematischen Schwerpunkte hat sich die OeEB seit ihrer Gründung gewandelt. Waren es zu Beginn vorwiegend der Mikrofinanz- und KMU-Sektor, der durch langfristige Kredite gestärkt wurde, steht seit einigen Jahren insbesondere der Klimaschutz im Fokus – hier konnte sich die OeEB laut Gaber als wesentlicher Player etablieren und wertvolle Expertise aufbauen. Während klimarelevante Projekte 2011 erst acht Prozent des Gesamtportfolios ausmachten, stehen die Sektoren erneuerbare Energie, Energie- und Ressourceneffizienz inzwischen für mehr als 40 Prozent der Investitionen.

2017 wurde zudem zusammen mit dem Tiroler Ingenieursbüro ILF Consulting Engineers die Projektentwicklungsgesellschaft Rendcor gegründet, die in einem ersten Schritt innerhalb der kommenden fünf Jahre mehrere Wasserkraftprojekte in Laos auf Schiene bringen soll. „Gerade in Afrika und Südostasien besteht nicht nur eine große Finanzierungsnachfrage, sondern auch Bedarf an der Entwicklung und Strukturierung von investitionsreifen Projekten“, erklärt Gaber die Hintergründe zum Schritt in die Projektentwicklung. Die OeEB wird mit diesem Vorstoß zukünftig eine wichtigere Rolle im Konzert der europäischen Entwicklungsbanken einnehmen können.

© corporAID Magazin Nr. 74
Text: Melanie Pölzinger
Fotos: OeEB/C. Häusler, OeEB/MENA

 

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