Hidden Champion

Weihnachtsstimmung rund um den Globus

12/2017 - Bei MK Illumination dreht sich 365 Tage im Jahr alles um Weihnachten, Eid al-Fitr, Halloween und andere Feste. Die Stimmungsmacher aus Innbruck inszenieren Lichterwelten von Schweden bis Südafrika. CEO Klaus Mark kann sich über zweistellige Umsatzzuwächse freuen, denn die Nachfrage nach Beleuchtungs-Know-how aus Österreich wächst weltweit.

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Interview mit Klaus Mark, CEO von MK Illumination

Sieben-Meter-Rentier Aktueller Blickfang vor dem Menlyn Park Shoppingcenter in Pretoria, Südafrika.

Man kann ihnen praktisch nicht entkommen, den funkelnden Rentieren, üppig leuchtenden Weihnachtsbäumen oder Lichterketten mit Schneefall-Effekt. Wer dieser Tage durch Innenstädte schlendert, Einkaufszentren besucht oder am Flughafen ankommt, weiß sofort: Weihnachten steht vor der Tür – und ist nach ein paar Tagen dann auch schon wieder vorbei. Nicht so für Klaus Mark. Der Tiroler ist als Chef von MK Illumination hauptberuflich mit der Inszenierung weihnachtlicher Atmosphäre in aller Welt beschäftigt. 365 Tage im Jahr heißt es daher für Mark: Lichter, Glanz und Festtagsstimmung.

Von Wattens in die Welt Gemeinsam mit Ehefrau Marie hat Klaus Mark vor 21 Jahren das Unternehmen gegründet, sein Zwillingsbruder Thomas stieß kurze Zeit später als dritter Partner hinzu. Das Trio fing bescheiden an: Der Versuch, Tiroler Hoteliers von Weihnachtsbeleuchtung zu überzeugen, führte im ersten Jahr zu einem Umsatz von gerade einmal 110.000 Schilling, rund 8.000 Euro. Schon bald kamen größere Aufträge dazu, nämlich die Orte Wattens und Obergurgl weihnachtlich aufzurüsten.


Skulpturen-Manufaktur MK Illumination fertigt fliegende Hirsche und leuchtende Drachen in eigenen Werkstätten weltweit an.

Heute sagt Klaus Mark: „Das, was wir seither in der Branche geschafft haben, gibt es in der Welt kein zweites Mal.“ Denn aus dem kleinen Innsbrucker Beleuchtungsunternehmen ist mittlerweile ein auf allen Kontinenten tätiger Gesamtlösungsanbieter für Lichtinstallationen mit 350 fest angestellten Mitarbeitern geworden. „In der Sparte Festbeleuchtung sind wir heute der Weltmarktführer“, berichtet Mark stolz. Seine Designer und Techniker entwickeln Lichtkonzepte für Einkaufszentren, Hotels, Bürogebäude, Vergnügungsparks und Innenstädte, und zwar ausschließlich für saisonale Anlässe. Im Sortiment des Tiroler Spezialisten finden sich einfache LED-Lichterketten und Figuren aus spiegelndem Alu- und Plexiglas genauso wie 30 Meter hohe, mit zehntausenden Lichtern geschmückte Weihnachtsbäume.

Speziell für die Handelsbranche sei es im Kampf um Anteile mit der Online-Konkurrenz zunehmend wichtig, in Atmosphäre zu investieren, sodass die Menschen weiterhin in Einkaufszentren und Innenstädte kommen, erklärt Mark. „Heute können Shoppingcenter nicht mehr mit einzelnen Marken punkten, daher setzen sie von Kairo bis Manila immer stärker auf den Erlebnisfaktor, auf Unterhaltung und Gastronomie. Auch der öffentliche Bereich denkt um.“ Licht sei hier ein wichtiger Stimmungsmacher: „Durch festliches Licht lässt sich eine Atmosphäre schaffen, die Menschen emotional berührt.“ Dass man mit richtigem Licht sogar ganze Städte in Besuchermagnete verwandeln kann, zeigt das Beispiel Salerno: Der süditalienischen Hafenstadt gelang es durch das „Luci d’Artista Salerno“, einem von November bis Jänner stattfindenden Lichterfest in einer touristisch nahezu toten Zeit, zum beliebten Ausflugsziel von hunderttausenden Besuchern zu werden – die Beleuchtung dazu, immerhin 27 Kilometer lang, wird seit Jahren von den Tirolern installiert.


MK illuminiert auch Wahrzeichen wie den Baobab-Baum in Johannesburg, Südafrika.

Spektakuläres für China Das Geschäft mit dem Licht läuft gut für die Marks. Aufträge werden heute in 120 Ländern durchgeführt – und sie beschränken sich nicht auf Weihnachten. Auch Licht-inszenierung und Skulpuren für Ostern, das islamische Fest des Fastenbrechens Eid al-Fitr, das Chinesische Neue Jahr, den Valentinstag oder Halloween werden immer öfter geordert. Selbst Wahrzeichen wie der Baobab-Baum am Nelson Mandela-Square in Johannesburg, dem vielleicht bekanntesten Platz Südafrikas, werden von MK illuminiert. Neue Märkte kommen laufend dazu, „speziell Menschen, die in Äquatornähe leben, wo es das ganze Jahr über spätestens ab 19 Uhr dunkel wird, schätzen Lichtinszenierungen sehr“, fällt Mark positiv auf.

Seine Kunden gewinnt der Tiroler Hidden Champion auf unterschiedliche Weise. Ende Jänner findet beispielsweise die „Christmas World“ in Frankfurt statt, die größte B2B-Messe rund um Weihnachten. Hier treffen sich Hersteller, Händler und Großkunden aus 110 Ländern für‘s „Merry Business“, so das Messe-Motto für 2018. Wichtig sei auch die Präsenz auf der MAPIC in Cannes, erklärt Mark, einer der wichtigsten Immobilien-Plattformen weltweit, wo er Vertretern aus dem kommunalen Bereich als auch Immobilienentwicklern erklären kann, welche Vorteile Festbeleuchtung für sie haben kann. Und natürlich läuft der Vertrieb auch über die mittlerweile 33 eigenen Nieder-lassungen, zu denen jedes Jahr neue dazu kommen.

2017 werden die Umsätze der MK Gruppe erstmals die 100 Mio.-Euro-Mauer durchbrechen. Der Hauptmarkt bleibt traditionell in Europa, immer wichtiger wird auch das Geschäft in Kanada, wo man innerhalb von nur vier Jahren zahlreiche Projekte von Ottawa bis Vancouver sichern konnte. In den USA hat MK heuer den Mitwerber „American Christmas“ aufgekauft und damit, sehr zur Freude Marks, unter anderem den Beleuchtungsauftrag rund um das legendäre Rockefeller Center gewonnen. Die größten Weihnachtsbäume schmückt das Unternehmen aber nicht in Europa oder den USA, sondern in Einkaufszentren wie Akmerkez in Istanbul, The Mall of the Emirates in Dubai oder Taikoo Li in Beijing – Globalisierung spiegelt sich eben auch stark in der Deko-Branche wider.


Interaktiver Baum mit rundem Bildschirm in Beijing. Vor allem asiatische Kunden wünschen sich stets neue, innovative Lichtinszenierungen.

In Asien und hier speziell in China, wo MK Niederlassungen in Beijing, Shanghai und Shenzhen betreibt, zähle vor allem Innovation, erklärt der Firmenchef. „Jedes Jahr muss man Neues bringen und stets eines draufsetzen. Shoppingcenter-Betreiber laden für die besten Konzepte sogar zu Pitches ein, schließlich reden wir hier von Aufträgen bis zu 800.000 Euro. So viel Geld würde in Europa niemand in die Hand nehmen.“

Heuer lieferte MK beispielsweise einen Baum nach Beijing, der über Farbwechsel verschiedene Stimmungen transportieren kann, interaktiv und animiert ist, mit integriertem, runden Bildschirm und einer Edelstahl-Kugel mit acht Meter Durchmesser. Für die Mitarbeiter seien solche Aufträge eine riesige Herausforderung, doch „damit bleiben wir geistig fit – und einzelne Ideen lassen sich auch in Europa einsetzen.“ Projekte dieser Größe seien allerdings die Ausnahme, die meisten der heuer 2.000 Aufträge, die MK selbst installiert, bewegen sich zwischen 50.000 und 200.000 Euro. Dazu gehören auch die in Mexiko und den USA beliebten „Santa Claus Receptions“: In Einkaufszentren eingerichtete Deko-Inseln für Weihnachtsmänner, die umgeben von Weihnachtsbaum, Tierfiguren und Geschenkattrappen aufgeregte Kinder begrüßen. Sehr viele MK-Kunden wählen aber einfach ein Standardprodukt aus dem 300 Seiten-Katalog oder bestellen ein Lichtmotiv zur Selbstmontage.

Länger Leuchten Fliegende Hirsche und leuchtende Drachen lässt MK in eigenen Manufakturen in der Slowakei, Mexiko oder China manuell anfertigen. Auf den Philippinen hat das Unternehmen im Vorjahr eine Produktion für Fiberglas-Skulpturen eröffnet, laut Mark gibt es im Inselstaat die dafür besten handwerklichen Fähigkeiten weltweit. Die LED-Lichter kauft das Unternehmen aus Korea und Japan zu und verarbeitet sie in China weiter.

Die LED-Technologie, erzählt Mark, habe im übrigen Anfang der 2000er Jahre den Boom in Sachen Festbeleuchtung ermöglicht, erst dadurch wurden Schneefall- und 3D-Effekte sowie Farbspielereien realisierbar. Und anders als Mitbewerber setze er hier auf Qualität. „Wir haben evaluiert, wie wir Nachhaltigkeit am besten leben können. Und die größten CO2-Verursacher sind bei uns nun einmal die LEDs“. Das Unternehmen verwende daher ausschließlich zertifizierte Qualitäts-LEDs, die zwar teurer seien, sich aber „zehn Jahre nutzen lassen, deutlich weniger Energie verbrauchen und daher wirtschaftlicher und umweltverträglicher als Plagiatprodukte sind“.

Noch vor wenigen Jahren mussten die Tiroler die Vorteile ihrer Qualitätsorientierung intensiv erklären, denn die Branche war durch Preiskämpfe geprägt, so Mark. Heute sieht er, dass der Nachhaltigkeitsgedanke treue Kunden bringe. MK bietet ihnen auch an, die Weihnachtsdeko fachgerecht zu demontieren, zu warten und bis zum nächsten Einsatz zu lagern. Und immer häufiger werden Skulpturen aus recycelten Materialien hergestellt. Gut möglich, dass die Herzchen, Sterne und Leuchtbälle so mancher Einkaufsstraße aus recycelten Plastikflaschen hergestellt wurden – dem Effekt tut dies freilich keinen Abbruch, denn für den Betrachter zählt nur: Glitzer, Glanz und Funkellicht.

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Das Team von MK Illumination vor dem festlich beleuchteten
Innsbrucker Hauptsitz.

Stimmungsmacher aus Tirol
Professionelle festliche Beleuchtung ist das Geschäft der MK Illumination GmbH. Das 1996 von Klaus Mark gegründete Unternehmen entwickelt und produziert Lichterwelten und Dekorationen für Einkaufszentren, Freizeitparks, Hotellerie und den öffentlichen Bereich. Eigene Produktionsstätten befinden sich in der Slowakei, Tschechien, Mexiko, Rumänien, Türkei, China und den Philippinen, der Verkauf wird über 33 Niederlassungen weltweit abgewickelt. Das von Klaus, Marie und Thomas Mark geführte Familienunternehmen hat 350 fixe Mitarbeiter (davon 50 im Innsbrucker Headquarter) und erzielte 2016 82 Mio. Euro Umsatz, für heuer werden 102 Mio. Euro erwartet. Der Exportanteil liegt bei 95 Prozent.

© corporAID Magazin Nr. 73

Text: Katharina Kainz-Traxler
Fotos: MK Illumination

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