Kommentar

Spott für Spot

12/2017 - von Katharina Kainz-Traxler


Katharina
Kainz-Traxler

ICEP

Nicht unbedingt fesch, aber dafür erfolgreich, landet Sänger Ed Sheeran einen Hit nach dem anderen – zuletzt wurde er auch noch zum Mitglied des Order of the British Empire gekürt. So viel Popularität gehört sinnvoll genutzt, dachte sich Sheeran wohl, als er entschied, eine NGO-Kampagne tatkräftig zu unterstützen. Dazu flog er sogar nach Liberia, drehte einen Fünf-Minuten-Spot – und erntete dafür nun ordentlich Spott. Denn in dem Video trifft Sheeran auf obdachlose Kinder und bietet spontan an, ihnen einen Hotelaufenthalt zu bezahlen. Das sei ein Fall von „Armuts-tourismus“, meint die Jury von SAIH, die alljährlich die schlechtesten Spendenkampagnen prämiert: Der Künstler und seine Spende stünden viel zu sehr im Mittelpunkt.

Es bleibt wohl immer ein Spagat, wenn man Spendenbereitschaft wecken und dabei auf Stereotype verzichten will. Doch es gibt Kampagnen, die auf das Bild des passiven Hilfsempfängers ver-zichten und stattdessen Chancen und Entwicklung betonen. Die Weihnachtszeit eignet sich ganz hervorragend für entsprechende Vergleichsstudien.

© corporAID Magazin Nr. 73

 

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