Gastkommentar

Nicht-finanzielle Bericht­er­stattung lässt Fragen offen

10/2017 - Die EU-Richtlinie zur nicht-finanziellen Berichterstattung aus Sicht des Wirtschaftsprüfers Peter Ertl.


Peter Ertl
Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Partner der KPMG Austria GmbH

Die österreichische Umsetzung der EU-Richtlinie zur nicht-finanziellen Berichterstattung lässt für betroffene Unternehmen einige Fragen offen. Das macht es auch uns Wirtschaftsprüfern nicht immer einfach – zu manchen Themen muss sich erst eine maßgebende Auslegung etablieren. Beispielsweise räumt die österreichische Regelung zwar bis zu neun Monate Zeit bis zur Vorlage beim Firmenbuchgericht ein, allerdings wird diese Frist durch Auflagen für die Mehrheit der Unternehmen verkürzt: So soll der Aufsichtsrat der Hauptversammlung einen Prüfbericht vorlegen – gemeint ist wohl innerhalb der Offenlegungsfrist, was praktisch bedeutet, dass der nicht-finanzielle Bericht bereits zeitgleich mit dem Lagebericht zur ordentlichen Hauptversammlung vorliegen muss. Insbesondere Umweltkennzahlen sind für viele Unternehmen wenige Wochen nach Ende des Geschäftsjahres jedoch noch nicht verfügbar, weshalb sie Schätzungen auf Basis der Vorjahreswerte treffen werden. Dem Ziel eines umfassenden, genauen und vergleichbaren Bilds der Geschäftslage wird durch diesen Verlust an Datenqualität nicht entsprochen. Um das zu erreichen, müsste gemeinsam mit den Unternehmen geklärt werden, was machbar ist.

© corporAID Magazin Nr. 72
Foto: KPMG

 

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