Interview

Kreislauffähige Mode im Massengeschäft

10/2017


Norbert Scheele
C&A Österreich

corporAID:Sie haben heuer im Juni erstmals ein kreislauffähiges, Cradle to Cradle-zertifiziertes T-Shirt ins Sortiment aufgenommen. Wird es mehr davon geben?

Scheele: Wir haben einmal bescheiden mit einem T-Shirt angefangen, denn es ist der wohl ikonischste Modeartikel. Und es ist vergleichsweise einfach zu fertigen, was uns half, Erfahrungen zu sammeln und uns weiterzuentwickeln – in Richtung komplexere Produkte mit mehreren Komponenten. Nach dem Launch der T-Shirt-Kollektion haben wir heuer bereits eine Damen- und Herren-Version mit langen Ärmeln in die Shops gebracht. Die Verbraucher können sich auf viele weitere C2C-zertifizierte Kleidungsstücke in naher Zukunft freuen, beginnend mit der Frühjahrskollektion 2018.

Verstehen Kunden den Unterschied zu herkömmlichen Bekleidungsstücken?

Scheele: Kreislauffähige Mode und die C2C-Zertifizierung sind in der Tat eher komplexe Konzepte und auf Einzelhandelsebene nicht einfach zu kommunizieren. Daher haben wir uns in der Kommunikation mit den Kunden auf den Recycling-Aspekt der Zertifizierung konzentriert. Hintergrundinformationen sind auf unserer Website zu finden. Wir wollen schon, dass unsere Kunden das Konzept verstehen, da C2C der derzeit ganzheitlichste und effektivste Ansatz für die Entwicklung kreislauffähiger Produkte ist. Doch uns ist klar, dass viele Kunden nur wissen wollen, ob die Kleidung nachhaltig produziert wurde, ohne Bedarf an weiteren Details.

Ist die Produktion eines C2C-Shirts teurer als bei einem herkömmlichen Shirt?

Scheele: Wir haben 400.000 Stück des T-Shirts in der Erstkollektion hergestellt. Die Produktion von C2C-zertifizierten Artikeln erforderte dabei erhebliche Investitionen, um dieses Level der Produktion zu erreichen. Aus Sicht der eingesetzten Umweltressourcen ist es wiederum sehr kostengünstig – etwa, was den Einsatz von hundert Prozent Bio-Baumwolle, das Recycling von Wasser und Chemikalien sowie die Verwendung von erneuerbarer Energie betrifft.

Vielen Dank für das Gespräch!

© corporAID Magazin Nr. 72
Das Gespräch führte Katharina Kainz-Traxler

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