Interview

Tunesien und Algerien: Vollgas bei Industrieentwicklung

08/2017

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Interview mit Christoph Plank, WD in Casablanca


Markus Haas, Wirtschaftsdelegierter in Algier

corporAID: Was kennzeichnet das wirtschaftliche Profil Algeriens?

Haas: Algerien verdiente lange sehr gut im Ölgeschäft und investierte massiv in Infrastruktur. Es wurde lokal aber nur wenig erzeugt und fast alles importiert. Die Regierung will das nun ändern und eine lokale Industrie aufbauen. Dabei greift sie auch zu protektionistischen Maßnahmen. Betroffen sind vor allem Konsum- und Fertigprodukte. Für Spezialmaschinen sind Einschränkungen nicht in Sicht.

Und wie entwickelt sich Tunesien?

Haas: Dank Auslandsinvestoren punktet Tunesien in den wissensbasierten Industriezweigen und behauptet sich als Technologiestandort vor Europas Haustür. Säulen der wirtschaftlichen Entwicklung im Hinterland bleiben der Phosphatabbau und die Landwirtschaft. Erfreulicherweise kommt nun auch der Tourismus wieder in Schwung. Tunesien braucht internationale Kredite – der Internationale Währungsfonds hält das Land zu tiefgreifenden Reformen an.

Welche Marktchancen haben österreichische Unternehmen in der Region?

Haas: Exportchancen sehen wir insbesondere für Produktions-Know-how, da es in der Lebensmittelverarbeitung, der Öl- und Zementindustrie, im Kunststoffbereich sowie in der Automobilindustrie Investitionsakzente geben wird. Beide Länder lechzen nach Investoren, die Arbeitsplätze schaffen, und bieten auch Anreize. Leider muss in Algerien der obligate lokale Partner Mehrheitseigentümer des Joint Ventures sein. Zudem besteht Algerien bei einigen Importgütern darauf, dass sie vor Ort assembliert werden.

© corporAID Magazin Nr. 71
Das Gespräch führte Ursula Weber.
Foto: WKO

 

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