Interview

Marokko: Produktionsstandort auch für Westafrika

08/2017

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Interview mit Markus Haas, WD in Algier


Christoph Plank, Wirtschaftsdelegierter in Casablanca

corporAID: Wie lässt sich Marokkos Wirtschaftsentwicklung kurz schildern?

Plank: Marokko zeigt ein akzeptables Wirtschaftswachstum, und dies trotz eines notorischen Handelsbilanzdefizits, hoher Arbeitslosigkeit, einer vergleichsweise niedrigen Produktivität und hoher Abhängigkeit von schwankenden Einkommen aus dem Tourismus, der Landwirtschaft und Phosphatgewinnung – Marokko verfügt über zwei Drittel der weltweiten Phosphatvorkommen! Das Land ist konstant auf dem Weg von der Agrar- zur Dienstleistungs- und Industriegesellschaft.

Wie reagieren Auslandsinvestoren?

Plank: Marokko ist nach Nigeria, Ägypten und Südafrika in Afrika die Nummer 4 für ausländische Direktinvestitionen aus der EU – wegen seiner günstigen Lage, aber auch aufgrund seiner Stabilität: Die Führung des Landes zeigt sich moderat und aufgeschlossen. Daher konnten auch die ökonomischen Rahmenbedingungen und das Investitionsklima erheblich verbessert werden. Mittlerweile hat sich in Marokko eine starke Textil-, Automobil- und Elektroindustrie etabliert. Immer mehr Firmen nützen Marokko als Hub für Westafrika.

Wo orten Sie Exportchancen für österreichische Firmen?

Plank: Marokko ist heute schon die Top 5 Exportdestination für österreichische Firmen in Afrika. Gute Marktchancen haben Industrieausstatter und Anlagenlieferanten. Zuliefergelegenheiten bieten Bereiche wie erneuerbare Energie und Energieeffizienz, Infrastruktur, Chemie, IKT, maritime Wirtschaft, Entsorgung und die Automobilindustrie. Außerdem sind etwa Rinder oder Schnittholz sehr gefragt.

© corporAID Magazin Nr. 71
Das Gespräch führte Ursula Weber.
Foto: WKO

 

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