Kommentar

Keine Shortcuts

08/2017 - von Melanie Pölzinger


Melanie Pölzinger
ICEP

Wenn es um die Zukunftsperspektiven Afrikas geht, wird allzu gern das florierende mobile Ökosystem betont. Mehr als eine halbe Milliarde Menschen in ganz Afrika nutzen Mobilfunkservices, bis 2020 sollen es gar 725 Millionen sein. Harvard-Professor Calestous Juma bremst aktuell jedoch jene Enthusiasten, die meinen, der afrikanische Kontinent könne durch diese mobile Revolution nun mehrere Entwicklungsschritte überspringen und gleich zum dynamischen Dienstleistungs- und Technologie-Hub aufsteigen. Ohne Infrastruktur und Industrialisierung, so Juma, wird der Kontinent letztendlich nicht den Sprung vom Technologie-konsumenten zum -produzenten schaffen. Dazu braucht es eine industrielle Basis, die über die Veredelung verfügbarer Rohstoffe hinausgeht und eng verknüpft mit Bildungs- und Forschungs-einrichtungen langfristig die Kapazitäten der Bevölkerung, insbesondere was technische Fähigkeiten betrifft, stärkt. Egal also, wieviele Handys der Durchschnittsafrikaner verwendet – um eine moderne Industrialisierungspolitik wird kein Staat herumkommen.


© corporAID Magazin Nr. 71

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