Kommentar

Dicke Luft?

08/2017 - von Gudrun Zimmerl


Gudrun Zimmerl
ICEP

Die Diesel-Debatte ging diesen Sommer durch die Medien und über den Stammtisch. Dass Stickoxide Umweltgifte sind, die Atemwege reizen und zur Feinstaub- und Ozonbildung beitragen können, ist unbestritten. Dass eine Reduktion der Schadstoffbelastung daher im Interesse aller liegt, wohl auch. Wunder nimmt in diesem Zusammenhang aber, dass sich die Politik über Jahre mit dem Wissen zufrieden gab, dass die von der EU gesetzten Grenzwerte lediglich auf dem Prüfstand eingehalten werden. Und dass dies bis heute nicht Gegenstand der Diskussion ist, obwohl unzählige Studien belegen, dass der Stickoxidausstoß im Realbetrieb deutlich höher liegt.

Klar ist, auf Basis schön gerechneter Werte lassen sich Emissionen nicht reduzieren. Nachhaltige Lösungen brauchen einen ehrlichen politischen Rahmen und den handfesten Willen, etwas zu verändern. Es bleibt zu hoffen, dass die Debatte dazu führt, die Diskussion auf konkrete Handlungsebenen herunterzubrechen und Prozesse und Technologien durch systematisches Vorgehen transparent zu machen.

© corporAID Magazin Nr. 71

 

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