Interview

Logistikleistungen in exotischen Regionen

06/2017 - Cargo-Partner ist auch in außereuropäischen Destinationen, vor allem in Indien, viel unterwegs. CEO Stefan Krauter erklärt, wie er mit den Herausforderungen umgeht.


Stefan Krauter
CEO Cargo-Partner

corporAID:Sie sind seit mehr als drei Dekaden als Dienstleister im internationalen Zustelldienst tätig. Was hat sich gewandelt?

Krauter: Eine große Änderung ist die Digitalisierung. Wir haben uns schon früh darauf eingestellt und sind heute mit unseren Partnern und weitgehend auch mit unseren Kunden vernetzt. Ein zunehmend wichtiges Thema ist auch Sicherheit: nicht nur der Daten, sondern auch der Waren im internationalen Transport und die Einhaltung immer strengerer Sicherheits- und Compliance-Vorschriften im weltweiten Handel. Nicht zuletzt beobachten wir eine zunehmende Nachfrage nach Priority- und Emergency-Lösungen, eine Spezialität von Cargo-Partner. Fast wöchentlich fliegt einer unserer On-Board-Couriers los, um wichtige Verträge oder dringend benötigte Ersatzteile auszuliefern.

Wie gehen Sie mit ungeplanten Herausforderungen in exotischeren Regionen um?

Krauter: Wichtig sind Partner, denen man vertrauen kann. Wir haben daher zusätzlich zu unseren mehr als 100 Büros in mehr als 26 Ländern ein Netzwerk handverlesener Partner dort, wo wir keine eigenen Standorte betreiben. So können wir auch in Ländern wie Grönland oder den Fidschi-Inseln Zollabfertigungen und Zustellungen durchführen.

Wir haben aber zugleich unternehmensweite Qualitätssicherungsmaßnahmen festgelegt, mit denen wir maximale Liefertreue und hohe Servicestandards sicherstellen. So arbeiten wir etwa nur mit Frächtern, die auf unserer Plattform den Whitelisting-Prozess abgeschlossen haben und alle Transportdokumente stets auf neuestem Stand halten. Wenn es wegen Kapazitätsengpässen oder Computerausfällen bei Carriern zu Verzögerungen und Umbuchungen kommt, erarbeiten wir mit Rückgriff auf unser Netzwerk Alternativlösungen. Kürzlich haben wir etwa eine Luftfrachtsendung pharmazeutischer Produkte, die gekühlt werden mussten, von Linz über London und Helsinki in das selten angeflogene Chongqing in China abgewickelt. Da waren unsere Betreuer über das ganze Wochenende einsatzbereit.

Was kann auf den letzten Kilometern passieren?

Krauter: Es ist schon vorgekommen, dass bei Ankunft der Ware am Flughafen kein Equipment zum Aus- oder Umladen verfügbar war. So einmal bei einem Transport nach Papua-Neuguinea: Auf dem Papier war das Equipment verfügbar, doch trotz unseres Avisos war es bei Ankunft der Ware außer Betrieb, und die Ware konnte nicht ausgeladen werden. Dieses Risiko besteht vor allem bei übergroßen und -schweren Sendungen. Ebenso kann es vorkommen, dass die Ware nicht so schnell wie erwartet aus dem Zoll kommt oder sich herausstellt, dass Dokumente vom Kunden falsch ausgefüllt wurden. All das kann zu Verzögerungen führen.

Vielen Dank für das Gespräch!

© corporAID Magazin Nr. 70
Das Gespräch führte Ursula Weber

 

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