Interview

Attraktive Nische

06/2017 - Rubble Master-CEO Gerald Hanisch über die Stärken und Zukunftsmärkte seiner Crusher.

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Gerald Hanisch
Gründer und CEO von Rubble Master

corporAID:Wie haben Sie mit Ihren kompakten Brechanlagen einst eine Nische erschlossen?
Hanisch: Früher waren Steinbrecher groß und schmutzig, doch wir haben Anfang der 1990er Jahre Anlagen konzipiert, mit denen sich Bauschutt auch in städtischen Lagen aufbereiten lässt. Dafür wurden wir 15 Jahre belächelt, vor zehn Jahren entdeckten dann erste kleinere Player die attraktive Nische und seit fünf Jahren sehen wir massiven Wettbewerb durch Großkonzerne. Wir arbeiten daher laufend an unserer Wettbewerbsfähigkeit, entwickeln neue Anwendungsgebiete und gehen in neue Märkte.

Welche Märkte sind für Sie interessant?
Hanisch: Da es immer wieder Irritationen am Weltmarkt gibt, wie die Wirtschaftskrise 2008/2009 oder aktuell der Brexit zeigen, wollen wir möglichst breit streuen und in vielen Regionen präsent sein. Überall, wo Infrastruktur aufgebaut oder Naturstein zerkleinert werden muss, sind wir vertreten. Ich sehe derzeit viel Potenzial in Südamerika und hier vor allem in Chile, Argentinien, Bolivien, Mexiko und Kolumbien. In Afrika sind wir seit zehn Jahren aktiv, aber das ist ein schwieriges Pflaster, weil Entscheidungswege manchmal undurchschaubar sind und zwischen erstem Verkaufsgespräch und Produktauslieferung schon einmal Jahre vergehen können. Wir wollen aber künftig mit eigenem Personal stärker in den afrikanischen Markt gehen. Viel Dynamik sehe ich auch in Südostasien.

Entwickeln Sie spezielle Produkte für Schwellen- und Entwicklungsländer?
Hanisch:Wir bieten mehrere Grundmodelle, die wir durch 50 Ausrüstungsarten spezifizieren können – je nachdem, ob die Anlage in Sibirien, in der Wüste oder in luftigen Höhen arbeiten muss, ob sie Natursteine oder Baustoffe zerkleinert. Vor ein paar Jahren haben wir begonnen, die Anwenderfreundlichkeit unserer Anlagen so zu erhöhen, sodass man sich einfach ans Steuer setzen kann und intuitiv weiß, was zu tun ist. Der Ansporn dazu kam aus den USA, wo einfache Bedienung einen hohen Stellenwert hat. Mittlerweile ist Usability zum Grundprinzip all unserer Produkte geworden. Einfache Bedienbarkeit und erklärende Piktogramme durchbrechen alle sprachlichen und kulturellen Barrieren. Das ist wiederum ein Erfolgsfaktor in Emerging Markets, letztendlich aber auch in Europa.

Vielen Dank für das Gespräch!

© corporAID Magazin Nr. 70
Das Gespräch führte Katharina Kainz-Traxler

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