Interview

Aserbaidschan und Armenien gehen getrennte Wege

04/2017 - Der Wirtschaftsdelegierte Rudolf Lukavsky über wirtschaftliche Chancen in Aserbaidschan und Armenien.


Rudolf Lukav­sky, Wirtschafts­delegierter in Moskau

corporAID: Wie sieht es derzeit wirtschaftlich in Aserbaidschan aus?

Lukavsky: Die niedrigen Ölpreise haben das Wachstum des einst boomenden Landes stark reduziert. Künftig darf man aber wieder mit einem leichten Aufschwung rechnen. Das geschäftliche Umfeld bleibt infolge von Korruption und gesetzlichen oder „informellen“ Monopolen allerdings in vielen Sektoren schwierig.

Ist das Land für österreichische Exporteure interessant?

Lukavsky: Aserbaidschan ist nach Russland, Ukraine, Kasachstan und Weißrussland der fünftwichtigste GUS-Markt für Österreich. Maschinen und Anlagen sowie pharmazeutische Erzeugnisse waren in den vergangenen Jahren die Haupt-exportprodukte. Aserbaidschan ist am Technologietransfer in den Sektoren Maschinenbau, Chemie, Baustoff-, Textil-, Kfz- und Lebensmittelindustrie interessiert. Chancen bietet auch der Modernisierungsbedarf der Landwirtschaft ebenso wie der Transport- und Tourismussektor.

Wie sieht es in Armenien aus?

Lukavsky: Armenien wurde in den vergangenen Jahren von Russland und der Abwertung des Rubels negativ beeinflusst, zeigt sich aber überraschend beständig. Experten rechnen 2017 mit einem Wachstum von drei Prozent. Das Land strebt auch eine Anbindung an die EU an.

Wo sehen Sie Exportchancen?

Lukavsky: Interessant sind die Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte, die Informationstechnologie und Telekommunikation sowie der ganze Sektor der erneuerbaren Energie. Auch der Bedarf an Straßen- und Tourismusinfrastruktur bietet Möglichkeiten zum Markteintritt für österreichische Firmen.

© corporAID Magazin Nr. 69
Das Interview führte Ursula Weber
Foto: WKO

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