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04/2017 - Akuter Liquiditätsmangel führt zu handfesten Angeboten – die nicht immer angenommen werden. Das verlockende Offert des Olympia-Organisationskomitees aus Rio an seine Gläubiger: gebrauchte Klimaanlagen, Energiestationen und Stromkabel. Bis Juni will das Komitee so seine Schulden abgestottert haben.


Mio. Reais Schulden will Olympia-Host Rio derzeit loswerden.

Für Gastgeber sind Olympische Spiele meist ein Verlustgeschäft. Rio de Janeiro, Host der Sommerspiele 2016, ist hier keine Ausnahme. Gegenwärtig versucht das Organisationskomitee, Restschulden von 100 Mio. Reais (ca. 32 Mio. Dollar) loszuwerden – und das tunlichst cashfrei. Gläubiger werden um einen Schuldennachlass von 30 Prozent gebeten und um die Annahme von Sachwerten statt Bargeld.



Der Wunsch nach Schuldenfreiheit weckt auch andernorts Kreativität. Kuba schlug Tschechien erst jüngst vor, seine in den 1980er Jahren angehäuften Schulden von 276 Mio. Dollar mit Rum oder Medikamenten zu begleichen. Allein: Für kubanische Medikamente fehlt die EU-Zulassung, und für Rum in rauen Mengen ist die Biernation Tschechien nicht zu begeistern. Unser Nachbarland bekam übrigens auch schon früher kuriose Angebote – etwa aus Nordkorea, das mit Ginseng-Produkten Millionen-Schulden abtragen wollte.

Das inflationsgebeutelte Venezuela setzt indes gleich auf's Tauschgeschäft: Für die Lieferung von Rohöl erhält das Land Ärzte aus Kuba, Reis aus Guyana, Generika aus Indien und WC-Papier aus Trinidad und Tobago.◆

© corporAID Magazin Nr. 69
Text: Katharina Kainz-Traxler

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