Die aktuelle Zahl

Nein zum Schein

12/2016 - Radikale Reform in Indien: Regierungschef Narendra Modi überraschte Anfang November mit der Ankündigung, dass alle größeren Rupien-Scheine ab sofort wertlos seien.


Prozent des indischen Bargelds verloren über Nacht ihren Wert.

Anfang November verordnete Narendra Modi Indien eine Schocktherapie: Über Nacht erklärte der reformfreudige Regierungschef alle 500- und 1.000-Rupien-Scheine (umgerechnet 6,90 und 13,80 Euro) zum unzulässigen Zahlungsmittel. Neues Bargeld erhält seither nur, wer die alten Scheine auf ein Konto einzahlt. Geldwäsche und Steuerhinterziehung sollen so bald der Vergangenheit angehören, und Indien soll zur bargeldlosen, digitalen Gesellschaft werden. Angesichts einer Volkswirtschaft, in der bis dato neun von zehn Transaktionen bar ablaufen und die Mehrheit der ländlichen Bevölkerung gar kein Bankkonto hat, wagt Modi damit eine eher riskante Maßnahme.







Noch heißt es in Indien: Nur Bares ist Wahres. Auf lediglich elf Non-Cash-Transaktionen kommt ein Inder pro Jahr (2015). Andernorts sind Scheine und Münzen vielleicht bald ganz passé: Gleich 728 Mal zahlt ein Singapurer im Jahr per Karte, Überweisung, E-money und Co.



Auch andere Staaten greifen derzeit beherzt in ihr Geldwesen ein: Dauerkrisenland Simbabwe hat wegen notorischer Bargeld-knappheit vor kurzem mit der Ausgabe von Schuldscheinen als Parallelwährung begonnen. Der Simbabwe Dollar – mit einem Nennwert von bis zu 100 Billionen (Wert 2015: 0,003 Euro) bisheriger Rekordhalter unter den großen Scheinen – wurde bereits vergangenes Jahr endgültig abgeschafft. Und mit Venezuela ist ein weiterer Inflationsriese dabei, die größten Geldscheine des Landes im Wert von 100 Bolívar (umgerechnet 0,02 Euro) aus dem Verkehr zu ziehen.

© corporAID Magazin Nr. 67
Text: Katharina Kainz-Traxler

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