Die aktuelle Zahl

Unsichtbarer Feind

11/2016 - Chinesische Funktionäre werden mit dem neuesten Artikel eines Pekinger Shop wohl keine große Freude haben. Dieses verkauft neuerdings die Smog-Luft der Hauptstadt als „Beijing Air“, abgefüllt in Dosen zu je vier Euro. Mit Erfolg: Die ersten tausend Stück waren in kürzester Zeit verkauft.


Besonderes Mitbringsel Smogluft aus Bejing.


Millionen Todesfälle jährlich sind schmutziger Außenluft geschuldet.

Das Gag-Produkt macht einmal mehr auf die staubige Luft der Megacity aufmerksam, die in den vergangenen Wintern mit Nebelbildern und Warnmeldungen für Schlagzeilen sorgte. Doch, wie neueste Daten der Weltgesundheitsorganisation WHO belegen, sind Bad Air Days ein globales Problem: Werte von 3.000 Messstellen aus aller Welt zeigen, dass heute 92 Prozent der Weltbevölkerung in Gebieten mit schadstoffbelasteter Luft oberhalb der WHO-Grenzwerte lebt – mit teils verheerenden gesundheitlichen Auswirkungen auf Lunge, Herz und Co. Besonders schmutzige Luft weisen Nordwestafrika, der Mittlere Osten, Indien und China auf – aber auch Österreich ist laut WHO nicht gerade ein Luftkurort. Globaler Schmutzluft-Champion ist übrigens Onitsha in Nigeria. Vielleicht findet sich ja auch dort ein findiger Unternehmer, der die schlechteste Luft der Welt für Feinstaubfans abfüllt.


Die WHO macht schlechte Außenluft für 3 Millionen, verschmutzte Innenluft (Kochen mit Kohle oder Holz etc.) sogar für rund 4,3 Millionen vorzeitige Todesfälle pro Jahr verantwortlich.

© corporAID Magazin Nr. 66
Text: Katharina Kainz-Traxler

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