Interview

Mehrwert für Importeure und Exporteure

11/2016 - Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will über den neuen Import Information Hub Austria und welchen Mehrwert man damit für Unternehmen schaffen möchte.


Rainer Will, Handelsverband

corporAID: Was dürfen Unternehmen vom neuen Import Information Hub Austria erwarten?

Will: Der Import Information Hub Austria ist ein Netzwerk, das heimische Importeure gezielt mit Exporteuren aus Wachstumsmärkten zusammenführt. Österreichische Händler erhalten so Zugang zu ausgewählten neuen Bezugsquellen von Rohstoffen. Gleichzeitig soll der Import Hub als Forum fungieren, das durch Expertenvorträge und den Zugang zu Information und hochkarätigem Fachaustausch Mehrwert stiftet.

Wie haben Sie Ihre Verbandsmitglieder vom neuen Programm überzeugt?

Will: Die Motivation, die hinter dem Import Hub steckt, war überzeugend genug und spiegelt auch die restliche Arbeit des Handelsverbands gut wider. All unserem Handeln liegt die Absicht zugrunde, als Informations- und Innovationsplattform den österreichischen Handel zu unterstützen und – unter Berücksichtigung sozialer, wirtschaftlicher, technologischer und gesellschaftlicher Entwicklungen – einen Mehrwert für die Branche zu schaffen. Internationale Beispiele von ähnlichen Plattformen haben uns und die Austrian Development Agency ADA darin bestärkt, dieses Pilotprojekt zu initiieren.

Warum unterstützt die ADA das Pilotprojekt? Was hat das Vorhaben mit Entwicklungszusammenarbeit zu tun?

Will: Es geht dabei auch um fairen Handel und bessere Produktionsbedingungen in den Partnerländern der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. Exportorientierte KMU aus ausgewählten Schwellen- und Entwicklungsländern sollen durch einen verbesserten Marktzugang nach Österreich ihre Geschäftstätigkeiten ausweiten können und für höhere Einkommen und Beschäftigung vor Ort sorgen. Der Import Hub hat somit auch eine entwicklungspolitische Zielsetzung. Die Einhaltung von Gesetzen und Standards, unternehmerische Verantwortung und die Schaffung von Arbeitsplätzen sind maßgebend bei der Auswahl der Lieferanten.

Wie sehen die ersten Schritte aus?

Will: Anfangs geht es vorrangig darum, den Bedarf der österreichischen Betriebe zu erheben und den Import Hub entsprechend auszurichten. Zunächst werden die nötigen Strukturen geschaffen, um den Hub als institutionelle Anlaufstelle für österreichische Importeure zu verankern. Netzwerke und Expertise müssen aufgebaut werden. Eine enge Zusammenarbeit mit bestehenden Importförderprogrammen aus Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz garantieren schon in der Anfangsphase hohe Qualität in der Vermittlung zwischen Exporteuren und Importeuren.

Welche thematischen Schwerpunkte möchten Sie setzen?

Will: Es ist uns wichtig zu betonen, dass der Import Hub ausschließlich für die Beschaffung von Produkten, die am heimischen Markt nicht oder nur unzureichend verfügbar sind und die unsere hohen heimischen Qualitätsstandards erfüllen, eingerichtet wurde. Unternehmen werden auf der Suche nach alternativen Bezugsquellen von Rohstoffen durch Vermittlung unterstützt, es geht in keiner Weise um eine Substitution vorhandener heimischer Produkte. Der genaue Bedarf der heimischen Wirtschaft wird im Zuge der Pilotphase erhoben.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit den anderen europäischen Importförderungsprogrammen?

Will: Die Kooperation ist sehr gut angelaufen, es gab schon äußerst produktive Gespräche. Es ist schön zu sehen, dass in diesem Bereich an einem Strang gezogen wird und – im Sinne der Unternehmen – bei jedem große Bereitschaft gegeben ist, Know-how und Netzwerke auszutauschen. Insbesondere mit dem deutschen Import Promotion Desk besteht schon jetzt eine hervorragende Kooperation, die den Start des Projektes in Österreich sehr erleichtert hat. Besonders freut es mich, dass auch mit ICEP ein intensiver Austausch besteht, um die Komponente der Entwicklungszusammenarbeit und dessen Erfahrungen mit Unternehmen in Schwellen- und Entwicklungsländern zu berücksichtigen.

Vielen Dank für das Gespräch!

© corporAID Magazin Nr. 66
Das Gespräch führte Melanie Pölzinger
Foto: Handelsverband

 

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