Nachhaltige globale Wirtschaft

Events im Rückblick

11/2016 - Was wurde in Österreich in den vergangenen zwei Monaten öffentlich diskutiert? Welche Experten kamen zu Wort? Welche Lösungen wurden präsentiert?


Volles Haus beim Dialog Entwicklung

Sozialunternehmen als Entwicklungspartner

„Was können Social Entrepreneurs zur Umsetzung der Globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung SDG beitragen?“ fragte die Austrian Development Agency ADA Anfang September in der Wiener Urania. In seinem Eröffnungsstatement rief Außenminister Sebastian Kurz zu breitem Engagement für globale Entwicklung auf. Keynote-Speaker Thomas Gass von den Vereinten Nationen betonte, dass zur Erreichung der SDG auch Sozialunternehmen eine wichtige Rolle zukomme, warnt aber zugleich vor überzogenen Erwartungen: „Social Entrepreneurs können ihr Umfeld maßgeblich verändern, aber keine Wunder vollbringen.“ In der Podiumsdiskussion kamen Förderer von Sozialunternehmen zu Wort. Für Katharina Turnauer, Präsidentin der gleichnamigen Privatstiftung, sind Menschen mit Visionen das Entscheidende hinter wirtschaftlichen Ansätzen mit sozialem Mehrwert. Dominik Schmitz vom Wiener Start-up Swimsol ortet Grenzen in der Skalierbarkeit des sozialunternehmerischen Ansatzes und befürchtet eine Verwässerung des sozialen Nutzens.


Keynote von Abze Djigma

Ein Marshall-Plan für Afrika

Das Forum Wirtschaft und Entwicklung der Außenwirtschaft Austria Anfang September im Haus der Wirtschaft war der EU-weit diskutierten Frage gewidmet, ob Afrika einen „Marshallplan“ brauche. An die Wirkweise des historischen Marshallplans – nämlich die Stärkung lokaler Unternehmen, die Erleichterung von Investitionen und die regionale Integration – erinnerte WKO-Präsident Christoph Leitl bei der Begrüßung der knapp 250 Forumsteilnehmer, darunter Unternehmensvertreter, Experten von Entwicklungsbanken, internationalen Organisationen und NGO. Es folgten Diskussionen über das Potenzial engerer euro-afrikanischer Wirtschaftsbeziehungen in ausgewählten Sektoren und gemeinsame Herausforderungen wie die Berufsbildung. Ghazi Jomaa, Tunesiens Botschafter und Vorsitzender der afrikanischen Botschafter in Wien, sah in Partnerschaften von afrikanischen und Industriestaaten den Schlüssel, damit junge Afrikaner in ihren Heimatländern Perspektiven sehen. Abze Djigma, die in Burkina Faso unter anderem mehrere marktorientierte Sozialinitiativen auf den Weg gebracht hat, betonte, dass ein Marshallplan mit Afrikas Ländern und Institutionen gemeinsam entwickelt werden müsse. Aus Sicht von Kandeh Yumkella, ehemaliger UNIDO-Chef und heute Präsidentschaftskandidat in Sierra Leone, sei auch ein neuer Blick auf Afrika nötig: „Ich sehe ein Afrika voller Möglichkeiten. Und ich möchte, dass unsere Kinder in Zukunft als zahlende Touristen nach Europa kommen, nicht als Flüchtlinge.“ Eine detaillierte Zusammenfassung der Veranstaltung gibt es unter: Weblink


Diskussion Unter Leitung von Barbara Coudenhove-Kalergi, IV, diskutierten Denise Laufer, BIAC, OECD-Experte Roel Nieuwenkamp, Kirstine Drew, TUAC, Manfred Schekulin, BMWFW, und Hannes Roither vom Salzburger Kranhersteller Palfinger.

40 Jahre OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen

Anlässlich des 40. Jahrestages seit der Erstfassung der OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen lud der im Wirtschaftsministerium angesiedelte österreichische Nationale Kontaktpunkt Ende Oktober zu einem Reality Check in die Industriellenvereinigung. Roel Nieuwenkamp, Vorsitzender der OECD-Arbeitsgruppe Responsible Business Conduct, hob hervor, dass die Nationalen Kontaktpunkte NKP – die von allen 46 Teilnehmerstaaten eingerichtet wurden – das Herz der OECD-Leitsätze bilden. Ihre Stärke sei, Konfliktfälle dritter Parteien mit Unternehmen konstruktiv zu lösen, was er anhand realer Fälle erläuterte. „Es geht nicht um gute oder schlechte Unternehmen“, stellte Nieuwenkamp klar, „in der Komplexität der Lieferketten sind Fehler unvermeidlich.“ Einblick in diese Komplexität gab Denise Laufer, Mitglied des Beratungsausschusses der Wirtschaft bei der OECD BIAC. Kirstine Drew, Mitglied des gewerkschaftlichen Beratungsausschusses für die OECD TUAC, benannte als Herausforderung für die Zukunft die Tatsache, dass die NKP nicht überall gleich wirksam arbeiten. Nieuwenkamp dazu: „Es ist immer auch eine Frage des politischen Commitments.“ Mit am Podium diskutierten Manfred Schekulin, Wirtschaftsministerium, und Hannes Roither von der Palfinger AG.

© corporAID Magazin Nr. 66
Fotos: Marko Kovic, ADA/Frank Helmrich, Christoph Eder/ICEP

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