Gastkommentar

Wirtschaft mit Haltung

08/2016 - Andreas Suchanek sieht in Haltung einen wichtigen Faktor für die gegenseitige Sicherung langfristiger Gewinne.


Andreas Suchanek ist Professor für Wirtschafts- und Unternehmensethik an der HHL Leipzig Graduate School of Management.

Globalisierung eröffnet Unternehmen Chancen, ihre Kooperationsbeziehungen auszuweiten, die Wertschöpfung zu verbessern und neue Märkte zu erobern. Angesichts des schärferen Wettbewerbs sind sie dabei jedoch auf formale und informelle Ordnungen – Recht und Kultur – angewiesen, die gegenseitige Verlässlichkeit ermöglichen. Auf globaler Ebene sind solche Ordnungen nur begrenzt vorhanden. Daher gewinnt der Faktor Haltung, verstanden als (Mit-)Verantwortung zur (Mit-)Gestaltung, für Unternehmen maßgeblich an Bedeutung. Gemeint ist damit jene Art von Verlässlichkeit, die legitime Ansprüche und Erwartungen gegenüber Kooperationspartnern angemessen erfüllt. Eine entsprechende Haltung zeigt sich in einer werteorientierten Führung, der Achtung bestehender Regeln und insbesondere im Einhalten von Versprechen.

Im Alltag ist das nicht zuletzt deshalb eine große Herausforderung, weil die Erfüllung dieser Erwartungen häufig mit hohen Kosten verbunden ist – dazu zählt auch, „Verführungen“ in Form von Gewinnerzielung auf Kosten anderer zu widerstehen. Wirtschaft mit Haltung bedeutet, nicht allein die kurzfristigen Gewinne, sondern vor allem die langfristigen Bedingungen der Gewinnerzielung in den Blick zu nehmen.


© corporAID Magazin Nr. 65

Suche:  
Aktuelle Artikel

Großes Interview: Technologie für eine nachhaltigere Welt

Kommentar: Mehr Präzision

Gastkommentar: Ganzheitliches Compliance Managementsystem

Termine

26.6. Exporttag Außenwirtschaft Austria: Meet the World

corporAID Kompaktworkshop: Globale Nachhaltigkeitsagenda

Sie sind zurzeit nicht angemeldet.
» Anmelden » Registrieren » Passwort vergessen

Österreichische Unternehmen unterstützen corporAID
http://corporate.coke.at