Nachhaltige globale Wirtschaft

Events im Rückblick

08/2016 - Was wurde in Österreich in den vergangenen zwei Monaten öffentlich diskutiert? Welche Experten kamen zu Wort? Welche Lösungen wurden präsentiert?


Expert-Talk im BMWFW-Pressezentrum

Sorgfalt im Auslandsgeschäft

Die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen sind der umfassendste internationale Verhaltenskodex zur Förderung verantwortungsvollen unternehmerischen Handelns bei Auslandsgeschäften. Ein großes Thema ist dabei die Sorgfaltspflicht zur Vermeidung negativer Auswirkungen der eigenen Geschäftstätigkeit, die bis zu risikobasierten Due Diligence-Vorkehrungen entlang der Wertschöpfungskette reicht. Der Expert-Talk, den der im Wirtschaftsministerium angesiedelte Nationale Kontaktpunkt für die OECD-Leitsätze am 28. Juni 2016 veranstaltete, bot CSR-Verantwortlichen sowie Interessierten aus Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft eine gute Gelegenheit, aus erster Hand zu erfahren, wie sich Due Diligence-Prozesse praktisch aufsetzen und in interne Abläufe integrieren lassen. Am Podium: Gastgeberin Beate Sternig, Leiterin des österreichischen Nationalen Kontaktpunkts, Thamar Zijlstra vom niederländischen Standardisierungsinstitut NEN und Wolfgang Kraus vom Internationalen Verband der Öl- und Gasindustrie für Umwelt- und Sozial-belange IPIECA. Thamar Zijlstra präsentierte mit dem niederländischen Code of Practice „NPR 9036“ ein prozessorientiertes Tool, das vom NEN-Institut gemeinsam mit Unternehmen, Interessenvertretungen und Beratern entwickelt wurde. Den Kern bildet eine Matrix, die Elemente des generischen (Risiko-)Management-Frameworks den Stufen des Due Diligence-Prozesses in den UN Guiding Principles und den OECD-Leitsätzen gegenüberstellt und Handlungsanleitungen zur Integration von Due Diligence formuliert. Wolfgang Kraus zeigte anhand praxisnaher Beispiele und Erfahrungen auf, dass die Berührungspunkte von Unternehmen mit der Gesellschaft nicht immer auf der Hand liegen. Die Expertise vor Ort sei daher extrem wichtig, um Risiken erkennen und bewerten sowie lokale Anspruchsgruppen identifizieren und einbinden zu können, so Kraus.


Exporttag 2016 Information und Austausch

Peak Performance weltweit

Beim Exporttag der Wirtschaftskammer Österreich, der am 21. Juni zum 14. Mal über die Bühne ging, lieferte der Salzburger Solokletterer Thomas Bubendorfer mit einem atemberaubenden Bildvortrag den Einstieg. WKÖ-Präsident Christoph Leitl betonte einmal mehr, dass „der Export der Motor des österreichischen Wohlstands ist und bleibt und Österreichs Exporteure mit ihrem Engagement für Aufschwung, Wachstum und Arbeitsplätze im Land sorgen“. Dass sie dabei auch mit weltweit schwierigen Rahmenbedingungen gut umzugehen wissen, habe der neue Exportrekord 2015 bewiesen – und diese Rekordjagd gehe auch 2016 weiter. Dabei sei es wichtig, den Export-Horizont zu erweitern und über die europäischen Grenzen hinauszugehen – mit Unterstützung der Außenwirtschaft Austria mit ihren mehr als 100 Stützpunkten sowie den Exportförderprogrammen der Internationalisierungsoffensive go-international, warb Leitl. Etliche Wirtschaftsdelegierte gaben bei den Info-Sessions Einblicke in globale Trends: von smarten Cities und der voranschreitenden Vernetzung des gesamten Lebens über den weltweit wachsenden medizinischen Bedarf bis hin zur globalen Start-up-Szene, dem zunehmend bedeutender werdenden Onlinegeschäft und der Green Economy. Neben der alljährlichen Vergabe des Exportpreises (corporAID berichtete) wurden 55 österreichische Unternehmen mit dem „Born Global Champions“ Award ausgezeichnet. Diese Champions sind höchstens fünf Jahre alt, haben innovative Produkte und Dienstleistungen für den Weltmarkt entwickelt und zeigen schnelles Wachstum. Leitl verwies auf ihre Vorbildfunktion für andere Unternehmen, denn sie zeigten, „wie man mit Export erfolgreich neue Märkte erobert und Potenziale weltweit nutzt“.


Pioniere Gugler-Print- und Erdal-GF mit Vertretern von BMLFUW, WWF und Alchemia-Nova

Cradle to Cradle: erste Anläufe in Österreich

Es zählt zu den jüngsten nachhaltigen Wirtschaftsideen und präsentiert sich als Alternative zur linearen Produktnutzung, die im Müll endet: das „Von der Wiege zur Wiege“-Konzept, das nach dem Vorbild der Natur abfallfrei arbeitet. Jeder Produktbestandteil wird auf Umweltverträglichkeit geprüft und am Lebensende zu einer neuen Ressource. Weltweit sind bereits mehr als 350 Produkte „Cradle to Cradle“ zertifiziert, einige sind auch in Österreich erhältlich. Die beiden Austro-Unternehmen Gugler-Print und Erdal arbeiten seit Jahren nach dem Prinzip, am 21. Juli standen sie Interessierten in Wien Rede und Antwort. Ernst Gugler, Cradle to Cradle-Pionier im Print-Sektor, unterstrich, er sehe seine Verantwortung darin, nicht nur weniger schädlich, sondern gut und wertvoll zu produzieren. Erdal-Geschäftsführer Franz Studener, der bereits drei Cradle to Cradle Gold zertifizierte Frosch Reinigungsprodukte am Markt anbietet, hält es ebenfalls nicht für ausreichend, nur kritische Inhaltsstoffe wegzulassen, und erklärte: „Cradle to Cradle geht weiter und passt den gesamten Produkt-Lebenszyklus an biologische und technische Kreisläufe an.“ Die Kreislaufwirtschaft ist inzwischen auch ein Wirtschaftsmodell der EU. Ende 2015 legte die Europäische Kommission einen entsprechenden Aktionsplan vor.


© corporAID Magazin Nr. 65
Fotos: Mihai M. Mitrea, ICEP, Lisa Lux, Frank Helmrich

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