Nachhaltige globale Wirtschaft

Events im Rückblick

06/2016 - Was wurde in Österreich in den vergangenen zwei Monaten öffentlich diskutiert? Welche Experten kamen zu Wort? Welche Lösungen wurden präsentiert?


Hoher Gast Jan Eliasson, VN

Innovation ist für Entwicklung entscheidend

„2015 wurde mit der Unterzeichnung der Ziele für nachhaltige Entwicklung und dem Klimaabkommen die Basis für eine bessere Welt gelegt“, zeigte sich Jan Eliasson, stv. Generalsekretär der Vereinten Nationen, überzeugt, als er beim DialogEntwicklung der Austrian Development Agency Ende April in Wien zu „Innovation as a Global Goal“ referierte. Eliasson betonte, dass es nun zwei Dinge brauche: „Innovationen zur Umsetzung der globalen Ziele sowie Partnerschaften von Regierungen, der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft.“ Die wesentliche Rolle des Privatsektors hob David Nabarro, VN-Sonderberater für Nachhaltige Entwicklung, im anschließenden Panel hervor: „Unternehmen haben das Rüstzeug für bahnbrechende Veränderungen. Sie können in Sektoren wie Finanzen, Pharma oder Transport innovative Erfolgsmodelle entwickeln und so Gesellschaften transformieren.“ Axel Kühner, CEO von Greiner, bekräftigte, „Innovation ist entscheidend“ und wünschte sich bessere, unterstützende Rahmenbedingungen für Unternehmen, um Österreichs Innovationskraft auch in Zukunft zu erhalten.


Frugale Innovation Peter Lick, AVL List

Neue Themen, die bewegen

Einfach, robust und kosteneffizient: Die Compact Produktreihe von AVL List ist nur ein Beispiel für frugale Innovationen. Immer mehr Unternehmen weltweit investieren in die Entwicklung von Produkten jenseits der Kategorie „high-end“ und bedienen mit qualitativ einwandfreien, jedoch kostengünstigeren Innovationen stark wachsende Märkte in Schwellen- und Entwicklungsländern. Am 3. Mai veranstaltete die corporAID Plattform in Kooperation mit dem Rat für Forschung und Technologieentwicklung RFTE den Multilogue „Reduce to the Max“, in dessen Rahmen Herausforderungen bei der Entwicklung von frugalen Innovationen und die Rahmenbedingungen in Österreich diskutiert wurden. Der Konsens am Podium mit Stephan Buse, Universität Hamburg, Michael Friedmann, Rosenbauer, Karl-Heinz Leitner, Austrian Institute of Technology, Peter Lick, AVL List, sowie Ludovit Garzik, RFTE, lautete: Ohne tiefgreifende Einblicke in lokale Strukturen und Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort geht es nicht.


Experten weltweit im Einsatz Podiumsdiskussion


Einblicke vor Ort zu gewinnen ist auch ein Ziel von globalem Corporate Volunteering: Am 16. Juni diskutierten Helene Prölß, Manager ohne Grenzen, Elisabeth Dal-Bianco, Pfizer, Tica Fetiveau, SAP, Petra Rösler, covo.at, sowie Thomas Vogel, Horizont3000, beim corporAID Multilogue „Experten weltweit im Einsatz“, wie Unternehmen das freiwillige Engagement ihrer Mitarbeiter fördern und dabei den Nutzen für Unternehmen und NGO maximieren können. Bei der Entsendung von Experten zu Betrieben in Entwicklungsländern seien etwa ein strenges Auswahlverfahren und gutes „Matchmaking“ Voraussetzung für nachhaltiges Capacity Building, ebenso eine klare Zielsetzung und entsprechendes Monitoring. Neben dem Kapazitätsaufbau vor Ort könne so auch die Entwicklung von Leadership-Skills der entsendeten Mitarbeiter – wie interkulturelle Kompetenz und Marktkenntnisse – gewährleistet werden. Trotz des enormen Nutzens gibt es für heimische Unternehmen in Sachen Corporate Volunteering aber noch reichlich Luft nach oben, so der Tenor.


Duale Ausbildung war Thema der Westbalkankonferenz in Wien

Der Westbalkan in Wien

Im Rahmen des Berlin-Prozesses zur Heranführung der Westbalkanstaaten an die EU übernahm die österreichische Regierung 2015 das Thema duale Berufsbildung. Zu den Motiven zählte laut Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner der Mehrwert, der sich durch die Präsenz österreichischer Unternehmen in diesen Ländern für die heimische Wirtschaft ergibt. Mit an Bord ist die seit langem mit Berufsbildung in der Region tätige Österreichische Entwicklungszusammenarbeit. Mitte Mai fand nun unter dem Dach der 3. Westbalkankonferenz in Wien ein Kick-off-Event zum Thema statt. Mit 170 Teilnehmern – internationalen Arbeitsrechts- und Bildungsexperten sowie Vertretern der Bildungsministerien und Wirtschaftskammern – wurden die Erwartungen der Organisatoren (WKO, Austrian Development Agency und Kulturkontakt) weit übertroffen. Der erste Tag diente der Erreichung eines einheitlichen Verständnisses zu dualer Ausbildung und schloss mit einer gemeinsamen Erklärung. Am zweiten Tag stießen Exkursionen zu Berufsschulen und Betrieben auf lebhaftes Interesse der Teilnehmer. Das Projekt hat Zukunft, ist Barbara Wilfinger von der WKO überzeugt.


Klimadialog in der Hofburg

Weltbank und Klimaschutz

Bei einer hochkarätig besetzten Konferenz, die die Weltbank mit der Außenwirtschaftsorganisation der WKO Ende Mai in Wien veranstaltete, ging es darum, am Beispiel vorbildlicher Projekte in asiatischen Städten und Industriezonen den Beitrag von Unternehmen zum Klimaschutz sowie dessen Einbettung in nationale Programme, die die Weltbank unterstützt, zu diskutieren. Neben Vertretern von Siemens, Electrolux oder Ikea war Bernhard Puttinger, Geschäftsführer des steirischen Green Tech Clusters, am Podium. Die Konferenz bot ihm die Chance, die Struktur und Arbeitsweise der Weltbank kennenzulernen. Sein Plan ist nun, bei den Climate Innovation Centers der Weltbank als Partner anzudocken.


© corporAID Magazin Nr. 64
Fotos: BMEIA/Mahmoud, WKO, Mihai M. Mitrea, Privat

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