Nachhaltige globale Wirtschaft

Events im Rückblick

04/2016 - Was wurde in Österreich in den vergangenen zwei Monaten öffentlich diskutiert? Welche Experten kamen zu Wort? Welche Lösungen wurden präsentiert?


Podium (v.l.n.r.) Teija Lahti-Nuuttila, Tekes, Cosima Stahr, Adelphi, Barbara Coudenhove, IV, Harald Heinrichs, Universität Lüneburg, Linda Mauksch, Alpla, und Manfred Schekulin, BMWFW

Die Rolle der Politik beim Gemeinschaftswerk Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit und Wachstum sind längst kein Widerspruch mehr, führte Sektionschefin Bernadette Marianne Gierlinger bei einem öffentlichen Diskussionsforum des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft Anfang März in das Thema ein. Im Gegenteil: Nachhaltigkeit sei zum Wettbewerbsfaktor avanciert und damit auch ein Auftrag für die Politik. Wie kann und soll die Regierung die heimische Wirtschaft dabei unterstützen?

Experten gaben Einblicke in internationale Erfahrungen und Best Practice. Harald Heinrichs, Leuphana Universität Lüneburg, erläuterte die mögliche Struktur und Erfolgsfaktoren einer nationalen Nachhaltigkeitsstrategie. Teija Lahti-Nuuttila stellte Finnlands Innovationsagentur Tekes vor, Cosima Stahr von Adelphi erläuterte den deutschen Ansatz, der sich aus einer Vielzahl von Aktivitäten auf Bundes- und Landesebene zusammensetzt. Über nachhaltige Innovation als Basis für die internationale Wettbewerbsfähigkeit sprach Linda Mauksch vom Verpackungsriesen Alpla. Es folgte eine angeregte Plenumsdiskussion.


Zur Lage in Afrika Konstantin Huber und Peter Launsky-Tieffenthal mit Célestin Monga und Wolfgang Fengler

Afrika fehlt die Industrie
Das anhaltende Wirschaftswachstum der Länder Afrikas um durchschnittlich fünf Prozent verdankt sich mehreren Faktoren, am wenigsten aber dem Aufbau von Industrie. Eine Ausnahme bilde Äthiopien, erklärte UNIDO-Geschäftsführer Célestin Monga beim Forum Finanz am 3. März im Finanzministerium. Denn die äthiopische Regierung habe die Wirtschaftsstruktur des Landes aktiv umgestellt: So wurden Sektoren mit komparativen Vorteilen identifiziert, Engpässe für darin tätige Unternehmen beseitigt, eine proaktive Investitionspolitik gefahren, Sonderwirtschaftszonen in Industriecluster umgewandelt und gezielte Ausbildungen entwickelt. Im Unterschied dazu neigten die Regierungen Subsahara-Afrikas dazu, kritisierte Monga, die traditionelle, beschäftigungsintensive Landwirtschaft zu fördern, auf Dienstleistungen zu setzen und statt des Infrastruktur- und Industrieaufbaus die Korruptionsbekämpfung zu priorisieren. Wolfgang Fengler, Chefwirtschafter der Weltbank in Wien, verwies indes auf das demographische Potenzial Afrikas und den Trend zur Urbanisierung.


Neue Bewegung M. Palazzi warb für B Corp in Wien

Ein Netzwerk stellt sich vor
1.696 Unternehmen aus 48 Ländern sind schon dabei: Sie haben sich der globalen Benefit Corporation-Bewegung, kurz B Corp, angeschlossen und wollen mit der dafür erforderlichen Zertifizierung zeigen, dass sie unternehmerischen Erfolg breit definieren: nämlich auch durch Einhaltung sozialer und ökologischer Kriterien.

In Österreich beginnt das Netzwerk gerade Fuß zu fassen, Ende Feber stellte Marcello Palazzi, Mitbegründer von B Corp Europa, die Idee in Wien vor. „Die Zertifizierung regt Unternehmen dazu an, immer besser zu werden, und ist zunehmend auch Orientierungshilfe für Investoren.“ Doris Brandhuber, Gründerin der Wiener Biohaarpflegelinie Less is More, lässt ihr Unternehmen derzeit zertifizieren: „Das hilft uns, Nachhaltigkeit messbar zu machen, unterstützt unsere Kommunikation und die Suche nach guten Mitarbeitern.“ Mit dabei war auch Markus Sandmayr, Vice President für den Bereich Alimentation bei Danone. Denn auch der französische Lebensmittelriese kooperiert neuerdings mit B Corp. Sandmayr: „Eine konzernweite Zertifizierung ist noch nicht in Sicht, aber wir starten nun mit den ersten zehn unserer rund 280 Unternehmen.“


Ökoexperten Willibald Kaltenbrunner, Axel Dick, Oswin Prodinger, Joachim Kirchner und Franz Hofer.

Umweltmanagement reloaded
300.000 – etwa so viele Unternehmen sind weltweit ISO 14001-zertifiziert, mehr als 1.000 von ihnen haben ihren Sitz in Österreich. Im September 2015 wurde eine Revision der Norm für Umweltmanagement veröffentlicht, welche beispielsweise die Umweltauswirkungen entlang des gesamten Lebenszyklus von Produkten beinhaltet. Am 7. April lud das Beratungsunternehmen Denkstatt diesbezüglich zum Info-Frühstück. Axel Dick von Quality Austria analysierte die Neuerungen, hob vor allem die Bedeutung der Lebenszyklusbetrachtung hervor und fasste die entscheidenden Punkte für Unternehmen zusammen. Einen Einblick in seine Öko-Strategie gab im Anschluss Ovotherm-Geschäftsführer Franz Hofer. Oswin Prodinger von der Palfinger AG präsentierte die Nachhaltigkeitsstrategie des Kranproduzenten.


© corporAID Magazin Nr. 63
Fotos: Mihai M. Mitrea, BMF/Wilke, Neos, Farkasch

Suche:  
Aktuelle Artikel

Kurzmeldung: Freiwillige Umsetzer

ADA-Wirtschaftspartnerschaft: Ärztetraining für Algerien

ADA-Wirtschaftspartnerschaft: Kunstgalerie in Manila

Termine

6.11.2017 corporAID Multilogue: Berufsbildung in Emerging Markets

corporAID Kompaktworkshop: Globale Nachhaltigkeitsagenda

Sie sind zurzeit nicht angemeldet.
» Anmelden » Registrieren » Passwort vergessen

Österreichische Unternehmen unterstützen corporAID
http://corporate.coke.at