Interview

Balanceakt

02/2016 - Vertraulichkeit und Transparenz sind Eckpfeiler der Beschwerdeverfahren im Rahmen der OECD-Leitsätze, weiß Beate Sternig vom österreichischen NKP.


Beate Sternig
Österreichischer Nationaler Kontaktpunkt

corporAID: Wie gehen NKP mit vertraulichen Inhalten im Rahmen eines Vermittlungsverfahrens um?

Sternig: Wir müssen eine Balance zwischen Vertraulichkeit und Transparenz halten – das ist nicht immer einfach. Zum einen betrifft das den Informationsaustausch: Wir stellen sicher, dass alle Beteiligten Zugang zu allen Informationen haben. Inhalte können also nicht etwa nur mit dem NKP geteilt werden, während die Gegenpartei im Dunkeln gelassen wird – so ist keine offene Diskussion möglich. Zum anderen möchten wir nach außen transparent agieren und unsere Vorgehensweise dokumentieren. Daher wird die Abschlusserklärung eines Beschwerdeverfahrens veröffentlicht. Sensible Daten bleiben hingegen vertraulich – damit wird der Prozess für Außenstehende aber auch weniger nachvollziehbar.

Welche Unsicherheiten ergeben sich auf Unternehmensseite in Bezug auf das Vertraulichkeitsgebot?

Sternig: Dieser Aspekt kann ein Hemmnis für Unternehmen sein, sich an einem Beschwerdeverfahren zu beteiligen. Es besteht gelegentlich Misstrauen gegenüber Beschwerdeführern, dass diese aus dem Verfahren gewonnene Informationen für spätere Kampagnen gegen das Unternehmen nutzen könnten. Hier ist es wichtig, von Anfang an klare Spielregeln zu vereinbaren und eine gegenseitige Vertrauensbasis zu schaffen, damit beide Seiten konstruktiv eine gemeinsame Lösung erarbeiten können.

Vielen Dank für das Gespräch.

© corporAID Magazin Nr. 62
Foto: Mihai M. Mitrea

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